Bildung ist in Deutschland sehr wichtig, denn eine gute Ausbildung vergrößert die Chancen auf ein gutes Leben. Deshalb sind Schulen in Deutschland meistens kostenlos. Der Staat will allen Mädchen und Jungen einen guten Start ins Leben ermöglichen. Damit das gelingt, gibt es die so genannte Schulpflicht: alle Kinder müssen eine Schule besuchen, bis sie 16 Jahre alt sind.

Für manchen klingt „Schulpflicht“ vielleicht erst einmal negativ. Aber das ist eine sehr positive Sache, denn dadurch kann jedes Kind unabhängig vom Einkommen der Eltern eine Schule abschließen. Das Schulsystem wird in Deutschland von den Bundesländern geregelt. Obwohl jedes Bundesland seine Besonderheiten hat, ähneln sich die Schulsysteme in Deutschland. Deshalb können hier die wichtigsten Dinge erklärt werden.

Der Kindergarten

Kindergarten

Viele Kinder ab drei Jahren gehen in den Kindergarten bis sie sechs Jahre alt sind. Der Besuch ist nicht verpflichtend. Es ist gut, wenn ein Kind lange in seiner gewohnten Umgebung bei der Familie bleiben kann. Der Kindergarten kann aber auch wichtig sein, z.B. um gleichaltrige Freunde zu finden oder die deutsche Sprache zu lernen.

Wir Deutschland-Begleiter empfehlen Ihnen daher, darüber nachzudenken, Ihr Kind in einem Kindergarten anzumelden, wenn bei Ihnen zu Hause selten Deutsch gesprochen wird. Wenn Kinder in die Schule kommen und wenig Deutsch sprechen, dann ist das ein Nachteil, weil sie dem Unterricht nicht richtig folgen können. Im Kindergarten lernen Kinder auf spielerische Art bereits erste Fähigkeiten für die Schule. Für Kinder unter drei Jahren gibt es in vielen Orten Kinderkrippen.

Die Grundschule und weiterführende Schulen

Foto: luckybusiness, 123rf.de

In Deutschland besuchen alle Kinder ab sechs Jahren eine Schule. Die ersten vier Jahre gehen Kinder in die Grundschule. Dort lernen sie zum Beispiel lesen, schreiben und rechnen. Am Ende der Grundschule wird gemeinsam mit den Eltern entschieden, auf welche Schule ein Kind in Zukunft gehen wird. Je nach Interesse und Leistung kann das Kind auf weiterführende Schulen gehen: Es gibt Gymnasien sowie Haupt- und Realschulen, die oft zur Mittelschule zusammengefasst sind. In manchen Bundesländern gibt es auch verschiedene andere Modelle an Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen, in denen bewusst Mischungen der verschiedenen Modelle gelebt werden.

Die Schulen unterscheiden sich in der Dauer bis zum Abschluss und den anschließenden Berufsmöglichkeiten. In der Realschule oder Mittelschule kann man bereits nach 9 Jahren einen Hauptschulabschluss erwerben. Oder man lernt noch ein weiteres Jahr und erwirbt nach insgesamt 10 Jahren den Realschulabschluss, der auch mittlere Reife genannt wird. Diese beiden Abschlüsse wählen Jugendliche, die einen Beruf anstreben, für den man nicht studieren muss.

Am Gymnasium können Schüler nach insgesamt 12 oder 13 Jahren ein Abitur oder ein Fachabitur ablegen. Das ermöglicht dem Jugendlichen an einer Universität oder einer Fachhochschule zu studieren. Das Bildungssystem in Deutschland ist also sehr vielfältig. So kann für jedes Kind nach seinen Interessen und seinem Leistungsvermögen der richtige Bildungsweg gefunden werden.

Erziehung und Verhalten in der Schule

Foto: gbh007, 123rf.de

Bildung darf nicht verwechselt werden mit Erziehung. Grundsätzlich sind die Eltern verantwortlich für die Erziehung ihrer Kinder. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Kindes, die Schule sorgt lediglich für die Ausbildung.

Jedes Schulkind in Deutschland besitzt eine Grundausstattung bestehend aus einer Tasche, Stiften und Papier. In der Schule erhalten die Kinder weitere Schulmaterialien. Wenn den Kindern Aufgaben für zuhause mitgegeben werden, wird erwartet, dass sie diese am Nachmittag bearbeiten und wieder mit in die Schule bringen. Bei jüngeren Kindern ist es üblich, dass ein Erwachsener beim Erledigen der Hausaufgaben hilft. Ältere Kinder tun das meist alleine.

Lehrer in deutschen Schulen schlagen die Kinder nicht – das ist absolut verboten. Wenn sich ein Kind nicht angemessen verhält, wird es ermahnt. Bei schweren oder wiederholten Vergehen gibt es zusätzliche Aufgaben oder ein Brief an die Eltern. Wenn das nicht hilft, kann ein Kind von der Schule verwiesen werden. Dann müssen die Eltern mit dem Kind nach einer neuen Schule suchen.

Berufliche Aus- und Weiterbildung

Wer mindestens einen Hauptschulabschluss hat, kann sich für eine Berufsausbildung bewerben. Diese besteht im Allgemeinen aus der Arbeit in einem Betrieb und regelmäßigem Unterricht in der Berufsschule. Abgeschlossene Berufsausbildungen in Deutschland werden international sehr gut angesehen, da viel Fachwissen vermittelt wird.

Auch im Studium gibt es sehr individuelle Möglichkeiten: So kann man zum Beispiel an manchen Hochschulen ein duales Studium absolvieren. Ähnlich wie bei der Berufsausbildung arbeitet man dabei praktisch in einer Firma und studiert im Wechsel. Berufe wie Arzt, Lehrer oder andere können nur an einer Universität erlernt werden. Speziell für das Studium sind exzellente Deutschkenntnisse und ein guter bis sehr guter Schulabschluss wichtig.

Lebenslanges Lernen ist in Deutschland sehr wichtig. Auch wenn man bereits in einem Beruf arbeitet, wird erwartet, dass man sich auf Fortbildungen und Lehrgängen weiterbildet, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Außerdem kann man sich in vielen Berufen z.B. zum Meister qualifizieren oder in der Abendschule das Abitur oder einen anderen Bildungsabschluss nachholen. Es gibt sogar Universitäten, die ein Fernstudium ermöglichen, mit dem man bessere Chancen im Beruf hat.

Diese Seite weitergeben

Per Facebook teilenPer Twitter teilenPer Whatsapp teilen

Ihr Browser ist stark veraltet

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser!