Weihnachten ist als christliches Fest tief in der deutschen Gesellschaft verwurzelt. Für viele Menschen ist es die wichtigste Zeit im Jahr und mit zahlreichen Bräuchen und Traditionen verbunden. Bereits im Herbst bieten Geschäfte spezielles Gebäck wie Lebkuchen, Plätzchen und Stollen an. Zur weihnachtlichen Stimmung in den Häusern tragen Lichter, Figuren und Weihnachtsbäume bei. Freunde und Kollegen treffen sich auf Weihnachtsmärkten und bei Weihnachtsfeiern in Vereinen, Firmen, Kirchen und im privaten Rahmen.

Geschenke und perfekte Stimmung

Weihnachten erinnert daran, dass Gott sich in Jesus uns Menschen auf absolut einmalige Weise zugewandt hat. Christen feiern die Geburt Jesu, das größte Geschenk Gottes an die Welt. Deshalb gehören Geschenke zum Weihnachtsfest. Für viele Deutsche sind die Geschenke inzwischen wichtiger, als die Erinnerung an die Geburt von Jesus: In den Wochen vor Weihnachten – der so genannten Adventszeit – verfallen viele Menschen in einen regelrechten Kaufrausch. Sie suchen nach dem perfekten Geschenk, der perfekten Atmosphäre, dem perfekten Weihnachtsfest und sind deshalb sentimentaler als sonst. So rücken viele Deutsche zu Weihnachten die Liebe der Menschen untereinander, die Familie und den Frieden in der Welt in den Mittelpunkt. Damit entfernt sich das Fest – oft unbewusst und unbeabsichtigt – von seinen christlichen Wurzeln.

Gottesdienste und die Weihnachtsgeschichte

Foto: Karl-Heinz Laube, pixelio.de
Foto: Karl-Heinz Laube, pixelio.de

Am Heiligen Abend, dem 24. Dezember sind die Gottesdienste meist gut gefüllt. Denn auch wenn sie selbst keinen tiefen persönlichen Glauben haben, gehen viele Deutsche zu Weihnachten traditionell in die Kirchen. Diese Gottesdienste sind öffentlich und können von jedem besucht werden – auch Gäste aus anderen Kulturen und Religionen sind willkommen.

In vielen Gottesdiensten am Heiligen Abend spielen Kinder die Weihnachtsgeschichte nach: Jesu Eltern waren wegen einer Volkszählung gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. In Bethlehem hatten Maria und Josef nur einen Stall als Unterkunft, in dem Jesus unter einfachsten Verhältnissen geboren wurde. Durch Engel Gottes erfuhren die ersten Menschen von der Geburt des Retters. Sie waren einfache Hirten. Später führte ein Stern eine Gruppe weiser Männer zu Jesus – dem Sohn Marias – in den Stall. Diese Geschichte wird auch in Figurengruppen, den so genannten Weihnachtskrippen dargestellt. Viele Menschen haben eine solche Krippe zu Hause und man findet sie in Kirchen.  

Eine besondere Zeit

Foto: Achim Reichert, pixelio.de
Foto: Achim Reicher, pixelio.de

Weihnachtsgottesdienste strahlen meist eine besonders festliche Atmosphäre aus: Durch spezielle Lieder, Texte, und eine besondere Beleuchtung. Es lohnt sich, solch einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen, um ein Gefühl für Weihnachten zu bekommen. Nach dem Ende gehen die Leute aus der Gemeinde meist schnell nach Hause, oft ohne weitere Gespräche, um mit ihrer Familie zu feiern. Auch das ist üblich und keinesfalls unhöflich.

Während der Weihnachtstage, also dem 25. und 26. Dezember wird es in Deutschland sehr still. Fast alle Geschäfte sind geschlossen, die Menschen ziehen sich in ihre Familien zurück. Weihnachten wird meist nur im engsten Familienkreis gefeiert. Oft besucht man seine Eltern und Schwiegereltern. Weil die Feier in der kleinen Familie kulturell bedingt ist, wird es weder als unhöflich oder seltsam empfunden, nicht zum Familienfest eingeladen zu werden.

Am 31. Dezember folgt Silvester, das oft mit lautem Feuerwerk gefeiert wird. Silvester gehört nicht mehr zu Weihnachten und markiert den Übergang in das nächste Jahr. Wir wünschen Ihnen, dass Sie in der Weihnachtszeit einen Einblick bekommen in das, was dieses Fest in Deutschland bedeutet und dass Sie es von Herzen mitfeiern können. Wir wünschen Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten!  

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