Als Flüchtling werden diejenigen bezeichnet, die sich selbst als Flüchtlinge vorstellen. Staat und Behörden nennen Personen, die Asyl beantragen, Asylbewerber.

Nach der Meldung als Asylsuchender folgt die Erstverteilung in eine Erstaufnahmeeinrichtung. Dort wird die Identität des Asylsuchenden festgestellt und geprüft, ob er bereits in einem anderen Land der EU einen Asylantrag gestellt hat. Wenn das der Fall ist, wird der Betreffende nach dem Dublin Verfahren in das entsprechende Land zurückgeschickt. Wurde bisher in keinem anderen EU Land ein Asylantrag gestellt, ist Deutschland für das Asylverfahren zuständig.

Der Asylantragstellung beim Bundesamt folgt die Anhörung des Asylbewerbers. Daraus ergeben sich verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten: (a) Anerkennung als Asylberechtigter, (b) Ablehnung mit Zuerkennung subsidiären Schutzes bis zu (c) einer Abschiebeandrohung mit Ausreisefrist vier Wochen ab Rechtskraft der Entscheidung. Gegen eine Ablehnung kann Klage erhoben werden. Am Ende steht entweder ein Bleiberecht mit Aufenthaltserlaubnis oder der Vollzug der Abschiebeandrohung nach Ablauf der Ausreisefrist.

Während des Asylverfahrens kann eine Unterbringung in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften erfolgen. Durch die Residenzpflicht darf der Asylbewerber nicht ohne Genehmigung den Regierungsbezirk bzw. das Bundesland verlassen. Verstöße gegen die Residenzpflicht können mit einem Bußgeld geahndet werden. Abgelehnte Asylbewerber, deren Ausreise nicht möglich ist, erhalten Duldung. Diese kann immer wieder erneuert werden, es kann zu jahrelangen Kettenduldungen kommen, zum Teil mit Arbeitsverbot. Durch Bleiberechtsregelungen werden Möglichkeiten geschaffen, Kettenduldungen unter bestimmten Voraussetzungen durch Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu beenden.

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